Orientierung und Notruf - Trainingszentrum für Erste Hilfe & Notfallmedizin

Dein Standort

53.552361° N10.001942° E

GPS Koordinaten und Notruf

GPS, Koordinaten und die Kunst, zu wissen, wo man eigentlich ist

Das Global Positioning System (GPS) wird immer dann wichtig, wenn es keine eindeutige Adresse gibt, in Wäldern, Bergen, auf Autobahnen.

Das Global Positioning System (GPS) wurde 1973 vom US-Verteidigungsministerium gestartet.

  • 1978: erster GPS-Satellit gestartet
  • 1995: GPS offiziell voll einsatzbereit
  • 2000: künstliche Verschlechterung für zivile Nutzer abgeschaltet

Wie kommt man einfach an seine Koordinaten?
Android:
Standort öffnen bzw. Standortfreigabe aufrufen, aktuellen Standort anzeigen lassen und die Koordinaten ablesen oder teilen.
Google Maps:
Auf den blauen Standortpunkt tippen oder länger auf die eigene Position drücken. Die Koordinaten werden direkt angezeigt.
Apple Karten: Eigenen Standort öffnen, auf die Standortkarte tippen und nach unten scrollen. Dort werden die Koordinaten angezeigt.
Kompass: Kompass-App öffnen. Je nach Gerät stehen dort direkt Breitengrad, Längengrad und teilweise auch Höhe.

Orientierung und Co:

  • Orientierung = Wo bin ich? Wo ist Norden? Was liegt um mich herum?
  • Positionsbestimmung = Wo genau befinde ich mich?
  • Navigation = Wie komme ich von meiner aktuellen Position zu einem Ziel?
  • Peilung = In welcher Richtung liegt ein bestimmter Punkt?
  • Kursbestimmung = Welche Richtung muss ich halten?
  • Routenplanung = Welchen Weg nehme ich?

Vor GPS hat man sich je nach Umgebung mit einer Mischung aus Karte, Kompass, Himmelskörpern, Funknavigation und eigener Positionsrechnung orientiert.

Auf dem Meer waren die wichtigsten Methoden:

  • Kompass für die Richtung.
  • Sextant zur Bestimmung der Position über Sonne, Sterne und Horizont.
  • Chronometer für die genaue Zeit, die man zur Längengradbestimmung brauchte.
  • Koppelnavigation: Man nahm den letzten bekannten Punkt und rechnete mit Kurs, Geschwindigkeit und Zeit weiter.
  • Später kamen Funkpeilung, LORAN, Decca und andere Funknavigationssysteme dazu.

Die Genauigkeit hing stark von Wetter, Können und Technik ab. Mit guter astronomischer Navigation waren auf See oft ungefähr 1 bis 3 Seemeilen, also grob 2 bis 6 km, realistisch. Bei schlechtem Wetter oder längerer reiner Koppelnavigation konnten die Fehler schnell auf zig Kilometer anwachsen.

Im Krieg an Land nutzte man vor allem:

  • topografische Karten
  • Marschkompass
  • Geländeformen, Straßen, Flüsse, Höhenlinien und markante Punkte
  • Koordinatennetze auf Militärkarten
  • Artillerie und Aufklärung zusätzlich mit Vermessung, Funkpeilung und später Radar

Ein gut ausgebildeter Soldat konnte seine Position bei brauchbarem Gelände oft auf einige zehn bis wenige hundert Meter eingrenzen. In Wüste, Dschungel, Schnee oder bei Nacht konnte die Unsicherheit aber deutlich größer sein.

Der große Unterschied zu heute ist: Früher musste man seine Position aktiv ermitteln. Heute zeigt dir das Smartphone meist innerhalb weniger Sekunden einen Punkt auf wenige Meter genau.

Was braucht man um zu navigieren? 
Erstmal braucht man einige Skills, die man sich auch antrainieren kann. Am besten übst du Navigation erst ohne Technik und kontrollierst danach mit GPS, wie gut deine Schätzung war.

  • Entfernungen schätzen: 50, 100, 500 Meter schätzen, danach mit Maps/GPS messen. So entwickelst du ein Gefühl für Distanzen.
  • Schrittmaß bestimmen: Zähle, wie viele Doppelschritte (einer li., einer re.) du für 100 Meter brauchst. Damit kannst du später Entfernungen erstaunlich brauchbar abschätzen.
  • Zeitgefühl trainieren: Laufe z. B. 10 Minuten in normalem Tempo und schätze vorher, wie weit du kommst. Danach kontrollieren.
  • Richtung schätzen: Zeige ohne Kompass nach Norden oder auf ein bekanntes Ziel. Danach mit Kompass prüfen.
  • Karte mit Gelände vergleichen: Suche auf einer Karte Straßen, Kreuzungen, Gewässer, Hügel oder markante Gebäude und finde sie anschließend in der Realität wieder.
  • Koppelnavigation üben: Starte an einem bekannten Punkt, gehe z. B. „300 m nach Nordwest“, bestimme deinen vermuteten Endpunkt und kontrolliere ihn anschließend per GPS.
  • Zurückfinden: Während eines Spaziergangs regelmäßig überlegen: „Wo bin ich jetzt ungefähr und wie würde ich ohne Handy zurückkommen?“

Eine gute Anfängerübung ist:
Vorhersagen → gehen → Standort schätzen → GPS öffnen → Fehler messen.
Damit merkst du ziemlich schnell, ob du bei Richtung, Strecke oder Zeit systematisch falsch schätzt.