Spritzenschein - Trainingszentrum für Erste Hilfe & Notfallmedizin

Spritzenschein

Sachkundenachweis Injektionen

Knowledge

Eine Injektion (lat.: inicere – „einflößen“) gehört in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Präventions- und Akutversorgung zum Alltag. Grundsätzlich ist das Verabreichen einer Flüssigkeit über eine Kolbenspritze durch eine Injektionskanüle in den Körper eines Dritten, zum Beispiel eines Patienten, eine ärztliche Aufgabe (Arztvorbehalt).

Im Rahmen der ärztlichen Entlastung und Unterstützung hat sich die Injektion jedoch auch als Tätigkeit in Assistenzberufen etabliert. Da die Injektion eine ärztliche Maßnahme ist, muss ein Arzt diese Aufgabe delegieren (lat. delegare – „anvertrauen, übertragen“), wenn sie von einer nichtärztlichen Person durchgeführt werden soll.

Um eine Injektion sicher durchführen zu können und auch durchführen zu dürfen, braucht eine nichtärztliche Person, zum Beispiel eine Pflegekraft, bestimmte theoretische und praktische Kenntnisse und Fähigkeiten. Eine Injektion „nonchalant“ auszuführen, kann strafbewehrt sein. Grundsätzlich gilt: Ohne entsprechende Delegation handelt es sich um eine Straftat.

 

Auch mit dem „Spritzenschein“ bleibt die Durchführung einer Injektion grundsätzlich eine Straftat. Die Umstände werden jedoch durch den Sachkundenachweis und die Anwendung des Erlernten rechtlich abgesichert. Ein Spritzenschein ist also kein Freifahrtschein in die Welt der Injektionen, sondern eher vergleichbar mit einem Waffenschein: Auch Jäger müssen bestimmte Rahmenbedingungen beim Transport und der Nutzung ihrer Waffen einhalten, um sich nicht strafbar zu machen.

Es gibt jedoch keinen Grund zur Sorge: Eine subkutane Injektion (in das Unterhautfettgewebe) oder auch eine intramuskuläre Injektion ist kein Hexenwerk. Unsere Profis aus den Bereichen Rettungsdienst und Pflegefach bereiten die Teilnehmenden in einem 27-stündigen Kurs gezielt auf die Praxis vor.

Vorträge, Fallbeispiele sowie Unterricht in den Bereichen Recht, Hygiene, Pflegestandards, Anatomie und Physiologie von Haut und Muskeln, ergänzt durch zwei Praxismodule, bereiten optimal auf den Einsatz vor. Nach dem Kurs sind alle Teilnehmenden in der Lage, die rechtlichen Rahmenbedingungen und hygienischen Voraussetzungen zu benennen, einzuhalten und die praktische Durchführung sicher umzusetzen.

 

Kursdetails

Der Kurs"Spritzenschein" richtet sich an:
- Pflegefachkräfte
- Pflegehelfer
- Heilpraktiker
- Wiedereinsteiger
- Angehörige

Sachkundenachweis:
- Subcutane Injektionen
- Intramuskuläre Injektionen

Zertifikat & Anerkennung:
Alle Krankenkassen sowie durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK)

Kursgebühren:Fachkunde Injektionen I   
299,00 € je Teilnehmenden
Early bird 249,00 €

Wir garantieren Ihnen das beste Preis-/
Leistungsverhältnis.

Kursort:Steintorwall 4, 20095 Hamburg
direkt am Hamburger Hauptbahnhof
(vollklimatisierte Unterrichtsräume)
Ausbildungsdauer:

Theoretischer Teil I
18 Std. Selbststudium (1 Woche vor TII)
Die Teilnehmer erhalen ein Kompendium mit
Arbeitsbättern

Theoretischer Teil II und Praxis
09 Std. 
Wiederholungen und Klärung offener Fragen
aus Theorie I. Hands-on-Training Injektionen


Termine für den Sachkundenachweis Injektionen I (Spritzenschein)
Spritzenschein (Sachkunde Injektionen I) 24.01.2026 10:00 - 17:00 Uhr 299,00 € Plätze frei Jetzt anmelden
Spritzenschein (Sachkunde Injektionen I) 06.02.2026 09:00 - 16:00 Uhr 299,00 € Plätze frei Jetzt anmelden

Warum benötige ich einen Spritzenschein für die Durchführung?

Bei der subkutanen Injektion (Abk. s.c.) handelt es sich um die Injektion von Flüssigkeit in das Unterhautfettgewebe, bei der intramuskulären Injektion (Abk. i.m.) um die Injektion von Flüssigkeit in das Muskelgewebe. In beiden Fällen werden mehrere Hautschichten durchstochen – vorbei an kleinsten Gefäßen, Nerven und weiteren umliegenden Strukturen. Zunächst wird also die Haut und das umliegende Gewebe mit einer äußerst scharfen Kanüle durchstochen bzw. verletzt.

Die Eröffnung der Haut birgt immer auch ein gewisses Infektionsrisiko. In sehr seltenen Fällen kann sich die Einstichstelle stark entzünden, es kann zu schweren Wundheilungsstörungen kommen, und auch wenn wir bisher noch von keinem solchen Fall gehört haben, ist es theoretisch möglich, einen lebensbedrohlichen Schock zu erleiden und daran zu sterben. Es gibt noch eine Reihe weiterer möglicher Komplikationen.

Betrachtet man eine Injektion also genauer, wird schnell klar: Es handelt sich eben nicht um ein einfaches „Pieksen“. Deshalb ist die Injektion in erster Linie eine ärztliche Aufgabe. Die Durchführung hat sich jedoch in den Assistenzberufen etabliert und wird dort täglich vorgenommen.

Wenn ein Arzt nun eine Aufgabe delegieren möchte, muss er davon überzeugt sein, dass die Person, der er die Aufgabe überträgt, über das notwendige Wissen verfügt, um die Injektion sachgerecht durchzuführen – also so, wie es ein Arzt selbst machen würde. Dazu gehört die Beachtung bestimmter Regeln, die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung betreffen (z. B. Aufklärung, Hygiene, Wundversorgung etc.).

Mit dem Sachkundenachweis kann der Teilnehmer dem Arzt gegenüber schriftlich nachweisen, dass er die erforderliche Sachkenntnis besitzt. Ohne diesen Nachweis kann ein Arzt keine dieser Aufgaben delegieren (beauftragen).

Arbeitet ein Arzt mit einem Pflegeheim oder einer ambulanten Pflegeeinrichtung zusammen, kann er bei einer entsprechenden Verordnung davon ausgehen, dass die Punktion (das Hineinstechen) durch eine sach- bzw. fachkundige Person durchgeführt wird. Dies liegt daran, dass jede Pflegeeinrichtung auch Personen mit dem „großen Examen“ im Pflegefach beschäftigt und die Vermittlung dieser Fachkunde ein fester Bestandteil der Ausbildung ist.

Last but not least!
Wenn Sie eigenständig Injektionen durchführen, stehen Sie juristisch in der Durchführungsverantwortung, daher sollten Sie ganz genau wissen, wie Sie dieser nachjommen. Das uv.m. erlenen Sie bei uns in diesem Lehrgang.


Warum reicht mein Spritzenschein mit weniger als 25 Stunden nicht aus?

Früher war es üblich, eine kleine Ausbildung von 8 Stunden zu absolvieren. Diese kurze Ausbildung wurde meist von „Bildungsträgern“ im Rahmen einer Maßnahme, wie beispielsweise dem „Pflegehelfer“, angeboten und durchgeführt. Heute erkennen die Krankenkassen bzw. der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) diese „kleine Schulung“ jedoch nicht mehr an. Daher kann eine pflegende Institution diese Leistung auch nicht mehr abrechnen.

Wann drohen Forderungen durch die Krankenkassen und Ersatzkassen?

Wenn Sie als pflegende Institution in der ambulanten oder stationären Pflege Injektionen durch Pflegehilfskräfte durchführen lassen, sind diese seit dem 2. Quartal 2025 nicht mehr abrechenbar, da der MDK eine Ausbildung von weniger als 25 Stunden als unzureichend erachtet. Lassen Sie dennoch beispielsweise eine subkutane Injektion von einer Person durchführen, die nicht über ein Examen in der Pflege verfügt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Kranken- bzw. Ersatzkasse die gezahlten Beträge zurückfordert.

Warum gibt es keine Onlineschulung für den Spritzenschein

Bei der Durchführung von Injektionen sind Fingerfertigkeit und Übung gefragt. Außerdem gibt es viele Schritte, bei denen Fehler passieren können. Daher ist es besser, unter fachlicher Aufsicht zu üben. Durch direktes Feedback erhält man auch gleich mehr Sicherheit für die Folgeübungen. Das, was man im Rahmen des Selbststudiums und mit Hilfe unserer Unterlagen aus der Ferne lernen kann, haben wir zusammengefasst. Im letzten Drittel ist es jedoch zwingend erforderlich, am Präsenzunterricht teilnehmen zu können.

Wie läuft die Ausbildung für den Spritzenschein ab?

Ihre Spritzen-Ausbildung im TEN® – praxisnah und flexibel

Die Ausbildung im TEN® umfasst 27 Unterrichtsstunden und bereitet Sie optimal auf die sichere Durchführung von Injektionen vor. Schon direkt nach der Anmeldung erhalten Sie umfangreiche Materialien, darunter:

  • Ein kompaktes Lehrbuch mit aktuellen Inhalten, das Sie behalten dürfen

  • Hilfreiche Hinweise zur Vertiefung des Wissens

  • Übungsblätter mit wichtigen Fragen

  • Zwei Selbsttests mit Auswertung

Selbststudium nach Ihrem Tempo
18 Unterrichtseinheiten absolvieren Sie flexibel im Selbststudium an zwei Tagen. Ob in den Pausen, auf dem Weg zur Arbeit oder über mehrere Tage – Sie entscheiden, wann und wie intensiv Sie lernen.

Präsenztraining für maximale Praxis
Am Präsenztag stehen noch 9 Unterrichtseinheiten auf dem Plan. Nach einer kurzen Wiederholung und der Klärung offener Fragen liegt der Fokus auf der praktischen Anwendung – so gewinnen Sie Sicherheit und Routine für die spätere Umsetzung.

Flexibel, praxisnah, kompetent – so wird Lernen zum Erfolg!

 

Welchen Vorteil bringt der Spritzenschein für bspw. Pflegehelfer?

  • Erweiterte Fähigkeiten: Pflegekräfte sind in der Lage, Injektionen eigenständig durchzuführen und entlasten damit Ärzte und Kolleg:innen im Arbeitsalltag.

  • Mehr Sicherheit: Die sichere Anwendung von Injektionstechniken reduziert das Risiko von Komplikationen oder Fehlinjektionen deutlich.

  • Optimierte Patientenversorgung: Mit der erweiterten Qualifikation lassen sich Wartezeiten verkürzen und die Versorgung der Patienten effizienter gestalten.

  • Bessere Berufsperspektiven: Einrichtungen bevorzugen häufig Pflegekräfte mit zusätzlichen Qualifikationen – ein Spritzenschein kann die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

  • Mehr Selbstvertrauen und Verantwortung: Pflegekräfte, die Injektionen sicher durchführen können, gewinnen an Selbstbewusstsein und sind in der Lage, ihre Patienten noch besser zu betreuen.

Muss man den Spritzenschein wiederholen bzw. auffrischen?

Auffrischungskurse Injektionen – schnell, praxisnah, sicher

Auch ohne gesetzliche Vorgabe lohnt es sich, die eigenen Fähigkeiten regelmäßig aufzufrischen. Fehler können sich leicht einschleichen, und nur wer seine Technik regelmäßig überprüft, arbeitet sicher und zuverlässig – ganz im Sinne der Sorgfaltspflicht.

Unser Tipp: Eine Auffrischung alle 1,5 bis 2 Jahre hält Ihre Kenntnisse auf dem neuesten Stand.

Dauer: Nur ein Vormittag oder Nachmittag (ca. 3,5 Stunden)
Kosten: 89,00 € pro Kurs (Injektionen I)

Profitieren Sie von praxisnahen Übungen, direktem Feedback und mehr Sicherheit im Berufsalltag – schnell, effektiv und unkompliziert!